- Gebot
Erscheine möglichst spät oder überhaupt nicht zur Probe.
Besonders erfreut ist der Dirigent, wenn man zuerst etwas trinkt,
denn erstens spielt es sich dann viel leichter, und zweitens geht
auch das Notenlesen wie von selbst.
- Gebot
Lasse das Instrument immer im Proberaum. Schließlich ist man ja
gut genug, so das man nicht mehr zu Hause üben muss, und wenn
der Dirigent so schwierige Stücke auflegt, die man nicht vom Blatt
spielen kann, ist er ja selber schuld. Außerdem ist man kein Streber
und will nicht durch guten Ansatz und technisches Können auffallen.
- Gebot
Wichtig ist auch, das man sich während der Probe mit anderen
Musikanntinnen und Musikannten unterhält, denn die Kamerad-
schaft soll ja auch gepflegt werden. "Kiegser, Patzer und Fehlschläge" sind durchaus erlaubt, denn man ist ja da zum Proben und nicht zum Konzert.
- Gebot
Damit sich jeder im Probelokal auch richtig wohl fühlt, sollte man hier eine Reihe von vertrauten Gegenständen wie halbvolle Bierflaschen, Zigarettenstummel
und Nylontaschen herumliegen lassen.
- Gebot
Das Reinigen, Ölen und Einfettend der Instrumente ist zu unter-
lassen, denn der Instrumentenbauer soll durch ständiges Reparieren ja auch etwas verdienen können.
- Gebot
Das Marschbuch und die Konzertmappe sind von Zeit zu Zeit
mit etwas Bier und Wein zu überschütten um sie zu konservieren.
- Gebot
Beim marschieren sollte die Wendung so erfolgen, dass die Außenreihe nur noch im lockeren Sprintlauf den Gleichschritt aufrecht erhalten kann.
- Gebot
Bei Konzerten in Festzelten sollte möglichst viel getrunken werden,
weil dann die hübschen Verzierungen der Instrumente, auch Macken genannt, wie von selbst erscheinen.
- Gebot
Bier-, Wein- und Fettflecken sind an der Uniform so anzubringen, dass sie auch noch nach Jahren gut zu erkennen sind. Es unterstreicht den Idealismus, bei jedem Auftritt dabei gewesen zu sein.
- Gebot
Der Notenständer ist stets mit aller Gewalt zusammenzulegen, da er
sonst nur schwer zu verbiegen ist.